Schwarm – Teil III: Der Käfig

Der Fahrstuhl stank erbärmlich. Nach Hundepisse und nassem Gummi. Wohnung Nummer VierSechsZwei war die zweite Wohnung im sechsten Flur im vierten Stockwerk. Damit lag sie drei Etagen über der, die Thommy und Max die letzten Tage über besetzt hatten. Sie hätten die Treppe nehmen können, entschieden sich aber dagegen. Niemand nahm die Treppen und außerdem […]

Schwarm – Teil II: Ein Angebot

Die nächsten Tage verbrachte Max in einer Art von unruhigen Trance. Einer nach dem Anderen verschwanden die anderen Bewohner ihrer Wohnung. Die Räumaktion in der Nachbarwohnung schien alle aufgewühlt zu haben. Max beobachtete es teilnahmslos, wie das Geschehen hinter einer Terrariumsscheibe. Mehrfach kam auch ihr der Gedanke an Flucht, aber irgendetwas in ihr hielt sie […]

Schwarm – Teil I: Ein dumpfer Traum

Die Sonne war ein Loch im Himmel, dunstig und belastend. Ihre Ränder fransten aus wie ein Mottenloch. Max blickte vom Himmel über das Häusermeer, die gesichtslosen Fassaden in der Ferne hinunter, den Platz entlang, zurück auf die Fensterscheibe zwischen ihnen. Ihr Gesicht spiegelte sich darin, undeutlich und unbedeutend. Sie klopfte dagegen, als ob sie die […]

Hendrik Schakal – Teil IV: Der letzte Ausweg

„Natürlich sind Sie verrückt, Hendrik. Ich denke in dieser Sache werden wir beide uns einig sein. Sie säßen nicht hier, wären Sie es nicht. Sie können nicht mit sich leben und mit dieser Verrücktheit. Tatsächlich zeugt das von Vernunft. Das bedeutet ein Teil von Ihnen, winzig und verkümmert wie er auch erscheinen mag, ist noch […]

Hendrik Schakal – Teil III: Der Wind der Faulheit

KIch warf das Bild von mir, schleuderte es zu meinen anderen Schöpfungen und verließ fluchtartig das Haus. Den Mantel griff ich mir vom Stuhl und hastete durch die Wohnung. Feodorowna rief ich eine kurze Verabschiedung zu, dann war ich aus der Tür. Ziellos trieb es mich um. Irgendwohin, dachte ich mir, ich musste irgendwohin, wo […]

Hendrik Schakal – Teil II: Gefühle in Öl

Achtundzwanzig Tage verstrichen. Achtundzwanzig Tage, an die ich mich nur bruchstückhaft erinnern kann. Während deren ich so intensiv lebte, wie nie zuvor. Achtundzwanzig Tage, bis es zur Behandlung meines kranken Geistes nötig war, die nächste Phiole des guten Doktors einzunehmen. Es war ein erhabenes Gefühl und schrecklich. Haben Sie jemals die Kontrolle über sich verloren, […]

Hendrik Schakal – Teil I: Die Sonne meiner Seele

Mein Untergang begann mit einem Arztbesuch. Ich hatte damals seit einigen Jahren Probleme mit dem, was man meinen Geisteszustand nennen könnte – Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Lethargie, das übliche – und mich nach einigen Überwindungen entschieden, die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch zu nehmen. Dieses Vertrauen war nur der erste in einer langen Reihe von Fehltritten, die […]

Kinemathek Katakomb – Teil I: Der Tanz beginnt

Ein einfacher Briefumschlag genügte, um alle Vorstellungen Arthurs über sich selbst zu zerschmettern. Er hatte sich stets für einen Man mit einem gleichmäßigen und ruhigen Gemüt gehalten. Einer, der alle Fakten nüchtern und pragmatisch in Betracht zog, sie abwog und nach bestem Wissen und Gewissen handelt. Doch das dicke Papier, das er eines Frühlingsabends in […]

Schuld und Sünde – Teil XII: Spolien

Melissa saß, die Beine übereinander geschlagen, in einem älteren Lehnsessel. In ihren Händen hielt sie noch immer ein Buch, in dem seit etwa einer Stunde schon nicht mehr blätterte, sondern die immer gleichen Verse las, ohne sie aufzunehmen. Es war ein grässlich französisches Buch, das im Vorwort die Langeweile als die schlimmste aller menschlichen Sünden […]

Schuld und Sünde – Teil XI: Ein ungetrübter Blick auf die Dinge

Nachdem Richards Versuch, mit Maxine vernünftig zu reden, gescheitert war, war er geflüchtet um seine Wunden zu lecken. Nicht vor ihr – nicht nur – sondern vor seinen eigenen Zweifeln. Vor dem leisen Flüstern in seinem Kopf, das ihn überhaupt nur zu der Polizistin getrieben hatte. Ein paar Tage, nachdem Melissa in sein Leben getreten […]