Schadensbegrenzung

Liebe Lesende,
seit dem 3.11.2018 gab es auf diesem Blog keine neuen Kapitel meiner WebSerie zu lesen. Das sind 6 ausgefallene Updates. Die ersten und hoffentlich einzigen 6 Samstage in diesem Jahr, an denen ich nicht wie gewohnt 8 bis 12 Seiten einer Novelle oder eines Kurzromans hochgeladen habe.
6 Samstage, an denen ich mein selbstgestelltes Ziel verfehlt habe.
Das betrübt mich und vor gar nicht so langer Zeit hätte mich dieser Fehlschlag an meinen Qualitäten als Schreiber, an meiner Hingabe und an meiner eigenen Disziplin zweifeln lassen.
Heute kann ich dagegen sagen, dass ich mein bestes gegeben habe. Ich werde diese Umstände akzeptieren und weitermachen, statt daran zu verzweifeln.
Insbesondere, da sich scheinbar höhere Mächte gegen mich verschworen hatten.

Am 9.11 wurde meine Webseite gehackt. Dem Schaden waren meinen rudimentären Fähigkeiten leider nicht gewachsen und ich war gezwungen, die Seite kurzzeitig ganz vom Netz zu nehmen. Ein BackUp der WordPress-Installation erwies sich auch als unmöglich, was die Sache komplizierter gestaltete (die Texte habe ich natürlich gesichert und werde sie über die Feiertage wieder hochladen).

Das alles natürlich mitten im National Novel Writing Month, den ich Dummkopf mit einem Doppelprojekt gestartet habe: Geständnisse einer Leichenfresserin, ein Murder Mystery das in der Welt von Blut und Rost spielt und einige unserer alten Bekannten in einer einzelnen Geschichte zusammen bringen sollte. Leider habe ich davon nur 25.000 Wörter oder 125 Normseiten geschafft, da mir mein zweites Projekt wieder einmal über den Kopf wuchs. Meine Abschlussarbeit schlägt mit aktuell 30.000 Wörtern oder 150 Seiten zu Buche. Ich habe das verdammte Ding jetzt drei oder vier Mal komplett neu aufgestellt. Zuletzt von August bis September in nur 6 Wochen komplett neu geschrieben, vom Deckblatt bis zum Anhang. 150 Seiten harte ästhetische Philosophie in 6 Wochen. Im November musste der erste Entwurf komplett überarbeitet werden. Ich hatte einiges an Literatur nachzuholen, einzufügen, ganze Kapitel neu zu schreiben, umzugestalten und großflächig zu streichen und zu ersetzen. Das alles neben dem wahnsinnigen Vorhaben, einen ganzen Roman in 30 Tagen zu schreiben und den Blog am Laufen zu halten.
Die Webserie viel dazwischen schlicht hinten unter.
Was opfert man nicht alles für einen Abschluss mit Auszeichnung.

Als ich mich Anfang Dezember dann daran machen wollte, die Webseite neu aufzusetzen und die bis zu diesem Zeitpunkt verpassten Updates nachzuholen, kam der nächste Schicksalsschlag: Das Internet in unserer WG fiel aus. Für drei geschlagene Wochen, vom 31.11 bis zum 18.12 hatte ich keinen Internetzugang. Die Gründe sind komplizierter und involvieren ausziehende Mitbewohner, schlechte Planung und zerschnittene Leitungen. Belassen wir es dabei, sonst erleide ich Flashbacks.
Ich hatte die Absicht, derweil in Kaffeehäusern das freie Internet zu nutzen oder die Bibliotheken der Stadt zu besuchen.

Das wurde leider vereitelt von, ich gebe zu, menschlicher Schwäche und ökonomischen Sachzwängen. Seit dem 3.12 habe ich endlich, nach mehr als einem Jahr Suche und Lückenstopferei einen Job. Es ist kein großer Sprung. Drei Tage die Woche stehe ich in einem barocken Palais im Zentrum von Wien und sage den Besuchern, dass sie die Finger von den millionenschweren Bildern lassen sollen. Aber es zahlt meine Miete, mein Essen und meine Versicherung – und das ist mehr, als ich die letzten 16 Monate sagen konnte. Unglücklicherweise bedeutete das genau dann mehr Streß und weniger Zeit, als ich mich mit meiner Webseite beschäftigen wollte.

Heute ist seit einigen Wochen der erste Tag, an dem ich wirklich die Ruhe habe, mich damit zu befassen.
Ich bin also traurig, dass es so lange gedauert hat. Aber ich schäme mich nicht dafür, denn ich habe in dieser Zeit einiges geschafft. Nicht alles, was ich wollte, aber vieles. Und das ist immerhin ein Anfang.

Ich danke euch also allen für eure Geduld, für eure lieben Worte in dieser Zeit und vor allem: Dafür, dass ihr wieder hier seid und das lest.

Der Neuaufbau der Webseite wird leider ein wenig dauern. Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen und mich einmal etwas in Design und Bearbeitung einfuchsen, um eine möglichst schicke Seite bieten zu können.
Die Wiederherstellung der Texte und die Wiederaufnahme wird dagegen recht zügig vor sich gehen. Heute und in den nächsten Tagen lade ich die 8 dieses Jahr abgeschlossenen Novellen mit ihren insgesamt 42 Kapiteln neu hoch. Das wird ein paar Stunden dauern, da ich zumindest eine schnelle Rechtschreibprüfung nachlegen möchte.
Mit Samstag, dem 22.12.2018, nehme ich den Faden der letzten Erzählung wieder auf mit einem brandneuen Kapitel. Die Geschichte wird noch etwa den Januar über andauern. Im Februar 2019 dann möchte ich euch meine Pläne für das Projekt und das nächste Jahr präsentieren, an denen ich während des Novembers bereits einiges vorbereitet habe. Da ich dann wohl endlich, nach mehr als einem Jahr, meine Abschlussarbeit an der Alma Mater Rudolphina eingereicht haben werde, halte ich diesen Zeitpunkt für ideal.
Bleibt also dabei.

Um euch die Wartezeit etwas zu verkürzen, möchte ich noch auf ein Projekt hinweisen, bei dem ich das Glück hatte, mitwirken zu dürfen. Nora Bendzko, mit der ich in meinem Schreibsalon zusammen arbeiten durfte, hat mir die Ehre erwiesen, mich in die Widmung ihres aktuellen Romans aufzunehmen. Schaut es euch an!

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